
Wer mich kennt, weiß, dass ich auch gerne mal länger in der Küche stehe und mich an aufwendigen Kuchen und Torten austobe. Aber es gibt eben auch bei mir Tage, an denen es gerne mal schnell und unkompliziert sein darf.
Und genau so ein Rezept sind diese Rhabarber-Streusel-Muffins: Kein ewiges Hantieren in der Küche, keine tausend Schritte. Ein simpler Rührteig, Rhabarber rein, fertig. Und wer mag, gibt noch eine gute Portion Streusel obendrauf.
Denn ganz ehrlich: Mehr braucht es manchmal wirklich nicht.
Geschmacklich sind sie genau die Kombi, die ich liebe: Der Rhabarber bringt diese herrlich frische, leicht säuerliche Note mit und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Muffins schön saftig bleiben. Der Joghurt im Teig macht sie zusätzlich luftig und locker. Und oben diese Streusel: buttrig, knusprig, goldbraun gebacken. Ich könnte die ehrlich auch pur essen. Sie geben den Muffins diesen kleinen Crunch-Moment, der sie ein bisschen „extra“ macht, ohne sie kompliziert werden zu lassen.

Diese Zutaten kommen in meine Rhabarber-Streusel-Muffins:
Butter: Sie bringt Geschmack in den Teig und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Muffins schön saftig werden. Für Rührteige sollte die Butter auf Zimmertemperatur gebracht werden, damit sie sich gut aufschlagen lässt und sich gleichmäßig mit den restlichen Zutaten verbindet.
Zucker: Weißer Haushaltszucker sorgt nicht nur für die Süße, sondern macht die Muffins auch schön locker und unterstützt eine leichte Bräunung beim Backen. Außerdem bindet er Flüssigkeit im Teig, wodurch die Muffins saftig bleiben und nicht so schnell trocken werden.
Vanillezucker: Er sorgt für ein dezentes Vanillearoma und macht den Geschmack insgesamt runder und harmonischer. Gleichzeitig unterstützt er die Süße, ohne dass der Teig nur einfach süß schmeckt.
Salz: Alte Backregel meiner Oma: In jeden süßen Teig gehört eine Prise Salz. Es hebt die Aromen hervor, gleicht die Süße aus und sorgt insgesamt dafür, dass der Teig noch runder und intensiver schmeckt.
Eier: Sie verbinden die Zutaten, geben dem Teig Stabilität und sorgen gleichzeitig für eine lockere, luftige Konsistenz.
Mehl: Für alle meine Rührteige verwende ich klassisches Weizenmehl Type 405. Es sorgt für die richtige Struktur im Teig und gibt ihm Stabilität sowie eine feine, gleichmäßige Textur.
Backpulver: Ein Muss in jedem Rührteig. Es lässt die Muffins schön aufgehen und verhindert, dass sie dicht oder schwer werden.
Joghurt: Er sorgt im Rührteig vor allem für eine schöne Saftigkeit, ohne den Teig schwer zu machen. Durch seine leichte Säure unterstützt er außerdem das Backpulver, sodass die Muffins besser aufgehen und schön locker werden. Gleichzeitig macht er die Krume zart und weich, wodurch die Muffins lange angenehm saftig bleiben und nicht so schnell trocken werden.
Rhabarber: Rhabarber bringt vor allem Frische und eine angenehm leichte Säure in den Teig. Gleichzeitig sorgt er durch seinen hohen Wasseranteil dafür, dass die Muffins beim Backen schön saftig bleiben. Beim Erhitzen wird er weich und leicht mürbe, wodurch er sich gut in die Muffins einfügt und kleine fruchtige, leicht säuerliche Akzente setzt, die perfekt mit dem süßen Teig und den Streuseln harmonieren.
Streusel: Sie geben den Muffins am Ende den letzten Schliff. Die Streusel sind ganz simpel aus Mehl, Zucker, Butter und einer Messerspitze Backpulver gemacht. Ich nehme dafür immer weiche Butter und verreibe alle Zutaten nur zwischen meinen Händen, bis schöne feine Streusel entstehen. Das ist aber Geschmackssache und kann auch anders gemacht werden. Die Streusel sorgen für den typischen Crunch und einen kleinen Kontrast zum weichen, saftigen Teig. Natürlich kann man sie auch weglassen, aber mal ehrlich: warum sollte man das tun?

Zum Schluss noch ein paar Tipps, damit deine Muffins auch zu 100% gelingen:
Zutaten auf Zimmertemperatur
Eier und Butter sollten vorher auf Zimmertemperatur kommen. So verbinden sich die Zutaten viel besser und der Teig bekommt die perfekte Konsistenz.
Solltest du dennoch mal vergessen haben, Butter und Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen, habe ich hier ein paar Tricks für dich, wie du trotzdem schnell mit dem Backen loslegen kannst:
Butter reiben: Die Butter einfach mit einer Reibe direkt in die Schüssel reiben. So wird sie schnell weich und lässt sich wunderbar cremig rühren.
Heiße-Schüssel-Trick: Eine hitzebeständige Schüssel mit kochendem Wasser füllen, kurz stehen lassen, damit sie richtig heiß wird, dann das Wasser wieder abgießen, gut abtrocknen und die noch warme Schüssel über die Butter stülpen. Je nach Menge wird sie so in etwa 5–10 Minuten weich.
Mikrowelle (mit Vorsicht): Die Butter kann auch ganz vorsichtig bei niedriger Wattzahl erwärmt werden, aber da wäre ich ehrlich vorsichtig. Das geht manchmal sehr schnell zu weit und die Butter schmilzt plötzlich statt weich zu werden und kann im schlimmsten Fall sogar „explodieren“ bzw. spritzen. Ich spreche da aus Erfahrung, daher würde ich diese Variante eher nicht empfehlen.
Eier auf Temperatur bringen: Die kalten Eier kannst du einfach für 5–10 Minuten in lauwarmes Wasser legen. So kommen sie schnell auf Temperatur und lassen sich trotzdem gut aufschlagen.
Eier nach und nach einrühren
Gib die Eier einzeln zur Butter-Zucker-Mischung und rühre jedes Ei etwa eine Minute gründlich unter. Das sorgt dafür, dass sich die Eier gleichmäßiger in die Butter-Zucker-Masse einarbeiten und eine stabile Emulsion entsteht. So wird der Teig cremiger und kann die Luft besser halten. Das Ergebnis ist ein lockerer, homogener Rührteig ohne „Ausflocken“ oder Gerinnen.
Trockene Zutaten nur kurz unterrühren:
Nachdem Butter, Zucker und Eier schön luftig geschlagen sind, sollten die trockenen Zutaten nur noch kurz untergerührt werden – gerade so lange, bis sich alles verbunden hat und kein Mehl mehr zu sehen ist.
Der Grund: Zu langes oder zu kräftiges Rühren aktiviert das Gluten im Mehl, wodurch der Teig zäh wird und die Muffins später eher fest statt locker und luftig werden.
Kein Mehlieren der Rhabarberstücke notwendig
In vielen Rezepten wird Rhabarber vor dem Unterheben mit etwas Mehl oder Speisestärke bestäubt, damit austretender Saft beim Backen direkt gebunden wird und die Stücke im Teig nicht absinken. Das ist grundsätzlich auch sinnvoll und mache ich bei manchen Rezepten ebenfalls.
Hier ist das aber nicht nötig. Der Rührteig ist relativ standfest, da die Flüssigkeitsmenge bewusst gering gehalten wird. Deshalb brauchst du die Rhabarberstücke nicht zuätzlich zu mehlieren und musst keine Sorge haben, dass sie im Teig absinken.
Der austretende Rhabarbersaft macht die Muffins am Ende sogar besonders saftig und sorgt genau für die richtige Konsistenz. Durch den festen Rührteig wird die zusätzliche Feuchtigkeit des Rhabarbers außerdem gut aufgefangen, sodass der Teig nicht durchweicht.
Rhabarber-Streusel-Muffins
Schnelle, unkomplizierte Rhabarber-Streusel-Muffins für alle Tage, an denen es in der Küche einfach und ohne großen Aufwand gehen soll. Ein simpler Rührteig, Rhabarber rein, optional Streusel obendrauf. Fertig sind diese genialen Muffins ganz ohne viel Hantieren. Geschmacklich sind sie genau die Kombi, die ich liebe: Durch den Rhabarber schön saftig, herrlich frisch und leicht säuerlich, der Teig dank Joghurt locker und weich, und oben die Streusel buttrig und knusprig. Nichts Ausgefallenes, aber einfach richtig gut – so Muffins, bei denen man irgendwie doch noch einen nimmt.
Bewertungen:

Portionen:
12 Stück
Kategorie:
Kleingebäck
Nützliche Utensilien
Zutaten
Teig:
125 g Butter
100 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
Prise Salz
2 Eier (Größe M)
200 g Mehl
2 TL Backpulver
75 g Joghurt (3,5 % Fett)
250 g Rhabarber, geschält
Streusel:
125 g Mehl
1 Msp. Backpulver
75 g Zucker
75 g Butter, weich
Zubereitung
Mürbeteig:
Rhabarber ggf. schälen und in kleine Stücke schneiden (ca. 1 cm groß).
Für die Streusel alle Zutaten mit den Händen verreiben.
Für den Muffinteig Butter mit Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz für einige Minuten cremig rühren.
Die Eier nacheinander jeweils ca. eine Minute einrühren.
Mehl mit Backpulver mischen und die Hälfte davon unterrühren. Den Joghurt einrühren. Den Rest des Mehls einrühren.
Die Rhabarberstücke unterheben.
Muffinblech* mit Förmchen auslegen und den Teig auf die 12 Muffinförmchen* verteilen.
Die Streusel großzügig auf den Muffins verteilen.
Bei 180°C O/U ca. 30-35 min backen.
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